Sonja Ludwig

EMDR

Eye movement desensitization and reprocessing

EMDR bedeutet auf Deutsch Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung. In Deutschland wird EMDR etwa seit 1991 angewendet. 2006 hat der wissenschaftliche Beirat für Psychotherapie EMDR als wissenschaftlich begründete Psychotherapiemethode anerkannt. Die Wirksamkeit von EMDR ist durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt.

Ein schmerzliches Ereignis, eine starke emotionale Belastung oder eine traumatische Erfahrung kann, wenn nicht ausreichend verarbeitet, sich belastend oder störend auf die körperliche und psychische Gesundheit und Lebensqualität eines Menschen auswirken. Nach einer australischen Studie können sich auch aus“ kleinen emotionalen Schockerlebnissen“ Depressionen, Angstattacken, Phobien, Essstörungen oder Süchte entwickeln.

EMDR wirkt vor allem, weil es zunächst die belastende, nicht verarbeitete Erinnerung mit all ihren Komponenten (visuell, emotional, kognitiv und physisch) aufruft und dann das „adaptive System zur Informationsverarbeitung“ im Gehirn anregt die störende Erfahrung nun zu „verdauen“.

Die bei EMDR eingesetzten Augenbewegungen gelten schon seit Jahrhunderten als natürlicher Mechanismus, Heilung nach traumatischen Erlebnissen zu beschleunigen oder zu initiieren. Augenbewegungen ermöglichen einen raschen Zugang zu allen Assoziationsbahnen, die mit der traumatischen Erinnerung verbunden sind. In dem Maße wie die Bahnen aktiviert werden, können sie sich mit anderen neuronalen Netzwerken verbinden, was eine Verarbeitung des Erlebnisses mit Perspektivenwechsel für den Betroffenen bedeutet und sich dann auch bisher unentdeckte stärkende Seiten seiner Persönlichkeit zeigen können.

Indikationen für die Anwendung von EMDR
Psychosomatische Störungen, Allergien, Krankheitsbewältigung, Panikstörungen und Phobien, Süchte, extreme Trauerreaktionen, Bewältigung von Unfallfolgen, Posttraumatische Belastungsstörungen, Burnout …
…und für Verhaltensänderungen…… und bei emotionalen Blockaden, die das Umsetzen von Lösungsstrategien verhindern, auch im Bereich des Kinder- und Jugendcoaching